bis 1945

Geschichte des Trusetaler Bergbaus von der ersten Urkundlichen Erwähnung bis 1945

1103 Bergwerke im Leimbach, Amt Wallenburg, chronikalisch überliefert

1183 Ottinrode (Atterode) im Thüringer Tal erstmals als Ort urkundlich genannt

1185 Ezzelingweneden (Erzschwinde) am westlichen Stahlberg als Siedlung urkundlich genannt

1249 Die Wallenburg oberhalb des Hühns wird erstmals urkundlich erwähnt und ist 1247 zum Schutz
des vorbeiführenden Handelsweges und der Bergwerke in der Trusetaler Gemarkung erbaut worden.

1263 Nach urkundlich nicht bestätigten chronikalischen Überlieferungen soll eine Scharschmiede
im Neuendorf, AmtWallenburg, erbaut worden sein; die Bergwerke am Seimberg seien aufgekommen und das Eisen im Scherzer unterhalb der Wallenburg geschmolzen worden

1316 Erster urkundlicher Nachweis des Schmalkalder Bergbaus, wonach Ludwig von Frankenstein seine
"nuwen ysengruben" beim Verkauf der Hälfte der Wallenburg an das Kloster Fulda ausnimmt, da sie von seinem Schwiegersohn Ludwig von Heßberg betrieben werden

1323 Atzerode am Stahlberg wird als Gehöft genannt

1325 In Brotterode arbeiten drei Eisenhammerwerke

1340 Erzgrube am Stahlberg genannt: "Da ist eine Grube, gibed das zende Fudir steyne";
         Ein Eisenhammerwerk ist in Hohleborn in Betrieb

1348 Hammerwerk in der Laudenbach erwähnt (gemeint ist die Truse am Standort alter Hammer,
 später Gaststätte Ittershagen in der Gemarkung Auwallenburg)

1349 Das Hammerwerk in der Laudenbach wird erneut erwähnt, ebenso die Bergwerke bei der Wallenburg

1359 Ein zweites Hammerwerk in der Oberlaudenbach genannt (an der Truse oberhalb des Wasserfalles und 
 unterhalb der Zentrale auf Auwallenburger Gemarkung gelegen)

1360 Die Gruben am Stahlberg werden erneut genannt: "daz alt buch saget, das da sin ysengruben, die 
 ergeben das zehende fudir steyne zu Zehende";
 In Kleinschmalkalden arbeitet ein weiteres Eisenhammerwerk

1380 Ein Windofen soll nach einer Chronik am Gieselsberg das Erz aufgearbeitet haben, das westlich des
 Stahlbergs abgebaut wurde

1438 Schmelzhütte (Blauofen) am Hof nachgewiesen

1459 Die Erzschwinde wird als Atzelswinden genannt

1460 Das Bergwerk Atterode wird erwähnt

1468 Die Bergwerke Quellende Pfütze bei Laudenbach, Krähenberg auf dem Heßles, Kohlberg und Wibelsende 
 werden aufgezählt

1474 Für die Berggerichte Steinbach-Hallenberg und Suhl (auch zuständig für das Amt Schmalkalden und 
die Vogtei Herrenbreitungen) gibt es eine Bergordnung, die bei Gerichtshegungen als Bergrechtssammlung diente

1482 Am Trusener Zirklershauck wird ein Bergwerk erschlossen

1487 Nahe der Wallenburg wird ein neues Bergwerk angelegt; Brotterode hat einen eigenen Bergmeister

1495 Scherenschmiede in Trusetal ansässig

1522 Gold-, Silber- und Kupfergruben bei der Wallenburg erwähnt; 
 Die Wallenburg verfügt über ein eigenes Berggericht

1536 Die Eisensteingrube Mommel wird erstmals erwähnt

1541 Die Hammerwerke in Trusetal müssen ihr geschmiedetes Eisen an die Zünfte nach Schmalkalden liefern

1640 Stahlberger Gewerkschaften beginnen mit der Auffahrung querschlägiger Wasserlösestollen

1677 Kupferschmelzhütte erbaut (7 Kupferschächte)

1692 Die Mommeler Bergkiste, auch Knappschaftskiste genannt, zur sozialen Absicherung der 
Bergmannsfamilien ist erstmals erwähnt

1733 Neben den Obersteigern zur bergmännischen Leitung werden erstmals zur Sicherstellung einer 
geordneten Rechnungsführung an den Gruben Schichtmeister bestellt

1743 Das Kupferschmelzen ist nicht rentabel und wird eingestellt

1750 Auffahrung streichender Förderstollen im Stahlberger Revier

1770 Einführung der Sprengarbeiten in den Gruben 

1776 Am Stahlberg besteht eine Knappschaftskasse

1783 Auch an der Mommel ist aus der Bergkiste eine reguläre Knappschaftskasse entstanden

1814 Beginn des Spatabbaus in der Grube Hühn in geringen Mengen

1827 Die umliegenden zahlreichen Gruben und Nebengruben werden in den beiden Gewerkschaften Stahlberg
 und Mommel organisatorisch zusammengefasst

1829 Abbau von Alabaster im Heues als Marmorersatz und zur Gipsgewinnung
 
1832 Aufnahme eines bescheidenen Spatabbaus in der Grube vordere Mommel

1861 Erfindung der Anilinfarben, zu deren Herstellung Spat als Farbträger in größeren Mengen benötigt, im
Trusetaler Revier abgebaut und zunächst als Stückspat in Fässern geliefert wird

1862 Die erste Spatmühle wird eingerichtet und der Spat nunmehr in Mehlform an die Farbenfabriken geliefert

1863 Die Grubenförderung an der Mommel wird auf Eisenschienen umgestellt

1864 Auch am Stahlberg erfolgt nun der Transport der Erze über Schienen

1875 Um Trusetal waren sieben Eisenstein-, zehn Fluß- und Schwerspat- und zwei Alabastergruben sowie fünf
Spatmühlen in Betrieb

1886 Während einer Wirtschaftskrise kommt der Bergbau auf Eisenstein und Spat zum Stocken und die 
 Hälfte der Knappschaft wird entlassen; erste sozialdemokratische Regungen im Bergbau werden vom Obersteiger  Heinrich Hollandt registriert

1897 Bei einem Grubenunglück werden 5 Bergleute verschüttet, von denen nur 2 lebend geborgen werden

1903 Die Knappen organisieren sich im Bergarbeiterverband und streiken erstmals für bessere Arbeitsbedingungen

1904 Von der Trusebahn wird ein Anschlussgleis zur Grube Vordere Mommel gelegt

1907 Nach Auseinandersetzungen der Bergleute mit der Grubenverwaltung gründeten 53 Knappen eine 
 SPD-Ortsgruppe

1911 Inbetriebnahme des Kraftwerkes Mommel (Zentrale zwischen Trusetal und Brotterode) mit zwei 115 PS
Wasserturbinen, ermöglicht den Einsatz von elektrischen Förderhaspeln und Zentrifugalpumpen

1913 Beginn der Auffahrung des Klinger Stollens Ost und des Vorderbergstollens

1914 Die Trusetaler Bergleute streiken gegen den drohenden Weltkrieg

1918 Erster Einsatz von Pressluftbohrwerkzeugen in den Gruben

1920 Die Seilbahn vom Revier Klinge zum Revier Mommel wird in Betrieb genommen;

1921 Die Firma Krupp übernimmt die Grube Arminius im Westausläufer der Klinger Lagerstätten

1922 Die Bergarbeiter streiken erfolgreich zur Verbesserung der Löhne und der Arbeitsbedingungen

1931 vorübergehende Schließung des Stahlberges als Folge der Weltwirtschaftskrise

1935/ Sprunghafter Anstieg der Eisenerzförderung, allein die Grube Stahlberg sichert 
1944 durchschnittlich 30.000 Jahrestonnen Grubenförderung

1937/ Gewinnung in den Tagebauen Klinge Ost und West
1943

1940/ Tagebauförderung im Bereich des späteren Schachtes Hohe Klinge
1943

1944 Schacht Hohe Klinge bis zur 50m-Sohle geteuft


Glück auf!
Jürgen Messerschmidt, Ortschronist
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